Kontakt

eos Klosterverlag St. Ottilien

Sie sind hier: Startseite » Geistlicher Impuls » 15.11.

Newsletter Abonnieren

Geistlicher Impuls zum 23.05.2012

„Konfliktstrategien gibt es nicht erst heute, sie sind im Grunde so alt wie die Menschheit. So reinigt der Abstand die Gefühle und lässt andere Kräfte wie das Nachdenken, den Humor oder die Gesprächsbereitschaft zum Zuge kommen. “

mehr...

Geistlicher Impuls zum 23.05.2012

»Der Abt bringe... die ihm anvertraute Herde nicht in Verwirrung. Er treffe keine ungerechte Verfügung, als könnte er seine Macht willkürlich gebrauchen, sondern er bedenke immer, dass er über all seine Entscheidungen und all sein Tun Gott Rechenschaft geben muss.« (Benediktsregel, 63. Kapitel, 2)

Ein Leben in Frieden ist eines der höchsten Güter. Frieden herzustellen, zu wahren und zu sichern, muss eines der vordringlichsten Anliegen sein. Das gilt im Großen wie im Kleinen. Die Gewährleistung des Friedens hängt von optimalen Voraussetzungen ab. Wer nur mit minimalem Einsatz spielt, gefährdet bereits den Zustand des Friedens. Ein Leben in Gemeinschaft, menschliches Miteinander muss auf alle Fälle das Ziel des Friedens ernsthaft anpeilen. Alles, was geringer oder weniger wäre, wäre von vornherein zum Scheitern verurteilt. Der Friede ist nicht teilbar oder zerlegbar, es gibt ihn nicht in Raten oder Portionen. Der Friede selber schließt keine Kompromisse, er kennt nur ein Entweder-oder, ein Ganz-oder-gar-nicht. Ob man sich über diese Zusammenhänge und Forderungen immer im Klaren ist?

„Pax" (= Friede) gilt als ein Programmwort oder Aushängeschild einer benediktinischen Gemeinschaft. Dieses hat nichts mit schönen Gefühlen, harmonischen Überzeugungen, wachsweichen Standpunkten, alle Unterschiede versteckenden Worten und Verhaltensweisen zu tun, sondern kostet harte Arbeit, ständige Bemühung und Anstrengung. Es ist sehr schwer, wenn nicht unmöglich, zu sagen, was der Friede ist, aber relativ leicht festzustellen, was ihm schadet oder ihn gefährdet. Darauf konzentriert sich das Interesse Benedikts. Als Feinde des Friedens nennt er das Chaos oder die Verwirrung bzw. Unordnung, Unrecht und Ungerechtigkeit, Machtgelüste und Willkür. Von all diesen Tendenzen und Leidenschaften kann etwas in uns stecken. Sie rufen nach einer ununterbrochenen Kontrolle. Es genügt nicht nur, sie in Schach zu halten, sie müssen vielmehr außer Gefecht gesetzt werden. Friedensarbeit besagt harte Arbeit an sich selber. Die Störenfriede sitzen nicht selten ganz woanders, wo wir sie nicht vermuten 

Entnommen aus Christian Schütz OSB, Gesegneter Alltag. Lebensweisheit aus der Regel Benedikts