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Geistlicher Impuls zum 07.02.2012

„Menschen sind in den Augen Benedikts - und hier deckt sich seine Sicht mit dem Blickwinkel Gottes - alles andere als fertige Wesen. Wir vergessen das nur allzu oft, indem wir von anderen erwarten, was wir selber nicht besitzen.“

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Geistlicher Impuls zum 07.02.2012

»Wenn weniger wichtige Angelegenheiten des Klosters zu behandeln sind, soll der Abt nur die Älteren um Rat fragen, lesen wir doch in der Schrift: Tu alles mit Rat, dann brauchst du nach der Tat nichts zu bereuen.« (Benediktusregel, 3. Kapitel, 12f)

Auch weniger wichtige Angelegenheiten will Benedikt in den Rat der Brüder eingebettet wissen. Was bedeutet das? Darin zeigt sich eine hohe Aufmerksamkeit auf die kleinen und alltäglichen Dinge. Diese verstehen und regeln sich bekanntlich nicht von selber. Sie können unter Umständen sogar große Erschütterungen und Unruhen verursachen. Viele Kleinigkeiten bilden zusammen das Mosaik unseres Alltags. Diese Welt des Alltags ist das Reich unserer Aufgaben, Pflichten und Dienste; in ihm kennen wir uns aus, finden wir uns zurecht und fühlen wir uns zu Hause. Der Alltag prägt uns; hier entwickeln sich unsere Gewohnheiten, unsere Umgangs- und Spielregeln, gewinnen wir Sachverstand und Selbstbewusstsein, wachsen in unsere Lebensrolle und Reife hinein.

Dass der Alltag nicht nur schöne Seiten hat, das deutet bereits unsere Sprache an in den vielen Wortverbindungen, die darin die Bezeichnung Alltag eingegangen ist: Alltagskram, Alltagssorgen, Alltagstrott usw. Was unseren Alltag negativ färbt, das ist die Eintönigkeit, die Routine, die ständige Wiederholung, die Anonymität, der Verschleiß, die Leere, die Enttäuschung, die Forderung und Überforderung, der Mangel an Abwechslung und Überraschungen u.a. Diese abwertenden Erfahrungen haben ohne Zweifel ihren Grund zum Teil in den Bedingungen und Gegebenheiten unserer Umwelt, aber nicht nur. Ein nicht geringer Prozentsatz dieser ablehnenden Haltung entspringt unserer Einstellung. Benedikt erinnert uns daran, dass auch die kleinen Dinge Sorgfalt, Aufmerksamkeit, Zeit, liebevolle Zuwendung und Pflege, Geduld, Gelassenheit und Zufriedenheit erwarten. Der Schüler eines Rabbi wurde gefragt, was für seinen Lehrer das Wichtigste war. Er dachte nach, dann sagte er: Das, womit er gerade beschäftigt war.

Entnommen aus Christian Schütz OSB, Gesegneter Alltag. Lebensweisheit aus der Regel Benedikts